Bildnis, Porträt, figurales Malen

Wenn ich mich im Malen einer individuellen Person annähere, schaffe ich zugleich Distanz. Die Übersetzung ins  Bild stellt ein „Du“ auf die Seite. Das gemalte Bild ist nie „objektiv“, denn das Bild setzt sich in Beziehung zu Eigenem, drückt in pointierter Weise Facetten einer im Gegenüber erkannten Menschlichkeit aus. Im Andern male ich mich auch selbst mit.

Das Selbstportrait ist Selbstbefragung, kein Foto des Lächelns.

Es gibt auch Bildnisse, in denen das Bekanntsein verlorengeht und ins Unbekannte hinein verschwimmt.

Bildnisse und gesamtfigurale Darstellungen sind Bedeutungsträger, die mich über Individuelles hinaus mit Magischem, Mythologischem und allgemein Archetypischem verbinden. Das gilt auch für die sogenannten Serienbilder.